Mit dem Zug unterwegs
April 19, 2007
» Position: N 20°31.169' W 13°03.722'
Nouadhibou hat nicht allzu viel zu bieten, ausser wenn man vielleicht sein Auto verkaufen möchte.
Daher haben wir uns entschieden diesen Ort auch hinter uns zu lassen. Von Reisenden haben wir
erfahren, dass es in Chinguetti eine sehr schöne Oase geben soll. Damit wir dafür aber nicht einen
800km langen Umweg machen müssen, wollten wir unser Bus mit dem Erzzug nach Choum transportieren.
Auf dem Campingplatz trafen wir auf eine Familie mit drei Kindern aus Holland, die für 2
Jahre unterwegs sind und ebenfalls mit dem Zug nach Choum möchten. Da der Campingplatzbesitzer uns
gesagt hat, wir sollen erst am nächsten Tag zum Bahnhof gehen und nicht anrufen (warum auch immer),
haben wir ihn natürlich folge geleistet und uns am nächsten Tag etwa um 10 Uhr auf dem Bahnhof
eingefunden.
Der Direktor der Bahn (zumindest war das Büro so angeschrieben) hat uns gesagt, dass nur noch
genau ein Auto Platz hat, aber warum wir denn nicht gestern angerufen hätte, dann hätten beide
Platz gefunden... Auf jeden Fall hatten wir das Glück auf den Zug verladen zu werden. So Gott will
können wir auf den 18 Uhr Zug kommen (sonst erst 23 Uhr), das wird aber erst um 12 Uhr entschieden,
daher haben wir noch einige Einkäufe getätigt und waren kurz nach 12 Uhr wieder dort, es hiess
unser Wagen wird an den 18 Uhr Zug angehängt.
Der Bus wurde auf der Plattform gut befestigt
|
Hie und da wurde unser Wagen an eine neue Stelle geschoben und wir hatten so die möglichkeit,
praktisch den ganzen Bahnhof von Nouadhibou zu sehen.
In Mauretanien gibt es nur eine Bahnlinie. Diese führt von Nouadhibou über Choum nach
Zouérate und wird fast ausschliesslich für den Eisenerztransport gebraucht. Man sagt, dies sei der
schwerste Zug der Welt. Die Schienen werden regelrecht von den Rädern umgeschmiedet.
Nach etwa 11 Stunden warten fuhr dann unsere Zug los (aus irgend einem Grund kamen wir wohl
doch erst auf dem 23 Uhr Zug).
Es wurde langsam Abend...
|
Der Zug mit den leeren Wagons war schlussentlich etwas unter 2km lang, entsprechend hart waren
jeweils Bremsungen welche immer mit einem ganz schönen Ruck endeten. Auch konnten wir kaum
schlafen, da es doch recht hoperte. Am nächsten Morgen kurz nach 10 Uhr kamen wir in Choum an und
wir machten uns irgendwann nach dem Mittag dann auf einer Piste auf nach Atar (die Registrierung
hat etwas gedauert). Ach ja wenn wir selbst Aussteigen hätten müssen, wären wir wohl nie auf die
Idee gekommen auszusteigen, bei den paar Häuser die da im Nirvana standen.
Der Morgen der Ankunft in Choum
|
Choum ein Ort im Nirgendwo
|
Auf der Strecke nach Atar waren wir nur gerade einmal im Sand stecken geblieben und Hilfe erhielten
wir auch dieses Mal wieder, dieses Mal jedoch gratis. Am Abend und nun doch etwas müde sind wir in
Atar angekommen und geniessen gerade die schöne Wärme...
» weitere Bilder zu diesem Thema
» weitere Informationen zu diesem Land
|